Luise beim Wahlkampf in Leipzig

Am Montag, 26.08.19 den war Luise in Leipzig, um Christin Melcher zu unterstützen. Christin macht sich vor allem für Bildungspolitik stark. Christin war Kandidatin für den Landtag und hat letzten Sonntag eins der beiden grünen Direktmandate in Leipzig gewonnen. Die Direktmandate sind ein Novum für die Partei in Sachsen. Es gab insgesamt drei Direktmandate, ein weiteres in Dresden.

Luise hat zunächst Vertreterinnen der Law Clinic Leipzig getroffen. Die Law Clinic berät Geflüchtete während des Asylverfahrens und unter Umständen auch darüber hinaus. Neben Luise und Christin Melcher waren auch noch Anna Cavazzini, Abgeordnete aus Sachsen im Europäischen Parlament, und Petra Cagalj Sejdi, migrationspolitische Sprecherin der Grünen im Stadtrat Leipzig, vor Ort. Es war bemerkenswert, dass dadurch alle Ebenen – von der Kommune bis hin zur EU -vertreten waren.

Sie haben über die Beratungssituation in Leipzig insgesamt gesprochen, über Erstaufnahmeeinrichtungen in Sachsen und die fehlende Beschulung in diesen Einrichtungen, die schwierige finanzielle Lage der Law Clinic, die Überlastung der Ehrenamter*innen, die mangelnde Schulung für Entscheider*innen beim BAMF für die Anhörungen von besonders vulnerablen Asylsuchenden.

Anschließend war Luise bei der Feinkost, einer Kunst- und Gewerbegenossenschaft in Leipzig. Monika Lazar , die Leipziger Grünenbundestagsabgeordnete kam ebenfalls noch hinzu. Die Feinkost ist ein Kulturdenkmal und eine Genossenschaft, in der sich Kleingewerbetreibende und Kulturschaffende organisieren. Das Gelände war ursprünglich eine alte Brauerei, später eine Konservenfabrik. Im Innenhof finden im Sommer Theater- und Kinoaufführungen statt. Es wurde über genossenschaftliche Engagement gesprochen und wie es dazu beiträgt Freiräume zu erhalten und mit Leben zu füllen.

Luise und die anderen durften unter anderem die riesigen Keller der Brauerei besichtigen, in denen früher illegale Partys stattfanden und für die es jetzt neue Ideen gibt, zum Beispiel sie als Kino zu nutzen.

Luise fand vor allem den Mut der Genoss*innen bewundernswert: “Das Gelände ist riesig und die Bauprojekte wachsen einem leicht über den Kopf. Aber die Leute geben nicht auf und erhalten das für die Nachbarschaft und ganz Leipzig sehr wichtige Gelände.”

Luise wurde außerdem durch das Institut für Zukunft geführt, einem über Leipzig hinaus bekannten Technoclub. Die Betreiber*innen sind sehr progressiv, haben ein Awareness-Team und kümmern sich besonders um Nachwuchs. 200 Leute arbeiten dort/fühlen sich für den Club verantwortlich. In Leipzig hat das Ordnungsamt 2018 eine Sperrstunde von 5 bis 6 Uhr durchgesetzt. Dagegen hat sich das IfZ-Team zusammen mit anderen Clubs erfolgreich eingesetzt. Inzwischen gibt es keine Sperrstunde mehr. Das IfZ ist langfristig auch bedroht, weil das Gelände rund um den Kohlrabizirkus, so der Name des Gebäude, in dem sich das IfZ befindet, bebaut werden soll.

Danach war Luise zu einer Diskussion zum Thema Clubkultur in der Distillery eingeladen. Der Club liegt direkt gegenüber vom IfZ und ist der älteste Technoclub Ostdeutschlands. Inhaber der Distillery ist Steffen Kache. Der Laden wurde 1992 von Kache gegründet.Die Fläche, auf der die “Tille” steht, soll ebenfalls bebaut werden und die Tille muss umziehen. Kaches Einstellung dazu: „Wohin die Reise geht, ist noch nicht klar. Unsere rote Linie ist einfach die, dass wir sagen: Der Club Distillery, das Projekt Distillery soll weiter bestehen bleiben, das ist nicht an den Ort gebunden“, sagt Kache. “Es gibt die Perspektive, dass wir bis 2022 hier bleiben können.”

Themen bei der Diskussion waren:

–          Wer ist für Lärmschutz verantwortlich? (In England gibt es wohl das Konzept, das die heranrückende Wohnbebauung sich gegen den Lärm aus einem schon bestehenden Club schützen muss) Wohnbebauung und Clubkultur werden zu Unrecht oft gegeneinander ausgespielt.

–          Definition des Kulturbegriffs. Luises Meinung nach muss der Kulturbegriff erweitert werden, es darf nicht allein die Hochkultur prägend sein. Es muss eine Lobby gegründet werden, die sich für Kneipen, Clubs, Bars etc einsetzt. Die IG LiveKomm ist ein Anfang für eine solche Lobby.

Mit diskutiert haben: Jürgen Kasek (Stadtrat und Sprecher für Livemusik und Clubkultur von BÜNDNIS 90/ Die Grünen in Leipzig), Steffen Kache (Geschäftsführer und Sprecher der IG LiveKomm)

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