Bericht von Luises Reise nach Lesbos

Auf Lesbos offenbart sich die zynische Politik der EU Mitgliedsstaaten und der Bundesregierung. Tausende von Menschen harren bei eisigen Temperaturen in überfüllten Lagern aus. Vom 23. Januar bis zum  25. Januar 2019 war Luise auf der Insel Lesbos. Dort sitzen tausende Menschen in Flüchtlingscamps fest. Luises vollständigen Bericht über die Reise findet ihr hier.

Im sogenannten Hotspot Moria, sollten Menschen ankommen, registriert und auf die EU-Staaten verteilt werden. Doch die Verteilung auf die Mitgliedsländer findet de facto nicht mehr statt. Im Dezember waren 9000 Menschen im Hotspot, ausgelegt ist er eigentlich für 3000 Menschen. Der Verteilungsstopp hat bittere Konsequenzen vor Ort. Unterbringung, Verpflegung, Hygiene, medizinische Versorgung und Sicherheit – es mangelt an allen Ecken. Die Staaten der Europäischen Union könnten Griechenland unterstützen und Menschen aufnehmen. Trotz der dramatischen Lage tun sie das nicht.

Die Leidtragenden sind die Menschen vor Ort. Die Hälfte aller Geflüchteten sind Familien, rund ein Drittel Kinder. Sie leben hier ohne Schule, ohne Spielplätze  – und teilweise auch ohne ihre Familie.  Schätzungsweise jeder Dritte unbegleitete Minderjährige hat Familie in Deutschland und ein Anrecht auf Familienzusammenführung nach der Dublin Verordnung. Diese Kinder müssen schnellstmöglich zu ihren Eltern oder Geschwistern nach Deutschland gebracht werden.

Da es so überfüllt ist, haben Menschen vor den Toren des EU-Camps notdürftig Zelte aufgeschlagen. Diese inoffiziellen Camps entstehen, weil niemand die Leute aufnimmt oder verteilt. Die Lebensumstände sind katastrophal. Die NGO “Movement on the ground” versucht die Lage vor Ort zu verbessern. Sie versuchen, die inoffiziellen Camps zu erschließen und unter anderem mit Elektrizität und rudimentären sanitären Einrichtungen die Lebensumstände der Geflüchteten etwas zu verbessern. Wenn ihr sie unterstützen wollt könnt ihr das auf folgender Website tun:

https://movementontheground.com/

Edition F hat über die Lage auf Lesbos und von Luises Einschätzung hierzu berichtet.

Den Gesamten Bericht von Luises Reise gibt es HIER als PDF.


Fotos: Marco Fischer

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